Rezension: Weihnachten auf der Lindwurmfeste by Walter Moers

Walter Moers‘ Geschichten lösen bei mir eine gewisse Euphorie aus. Sein Schreibstil und sein Ideenreichtum bereichern mich jedes Mal, wenn ich eines seiner Bücher lese. Seine Geschichten sind so besonders, dass sie ihre Zeit brauchen. Sie sprießen vor Details und Raffinesse, entsprungen der Gedankenwelt von Walter Moers. Und auch dieses Mal wurde ich mit einer, wenn auch kurzen, Geschichte aus Zamonien überrascht.

Fakten

Titel: Weihnachten auf der Lindwurmfeste | Autorenname: Walter Moers| Seitenanzahl: 112 | Verlag: Penguin VerlagPreis: 15,00 € Hardcover | ISBN: 978-3-328-60071-8 | Sprache: Deutsch | Erscheinungstermin: 23 November 2018 | Erworben: Rezensionsexemplar* Continue reading „Rezension: Weihnachten auf der Lindwurmfeste by Walter Moers“

Tuen uns Geschenke noch etwas Gutes?

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Als Kind saß ich mit klopfendem Herzen im ersten Stock und lauschte an der Seite meiner Schwester dem Weihnachtsmann, wie er im Erdgeschoss herum torkelte und Geschenke unter dem Baum verteilte. Und es war egal, was schließlich dabei herum kam: Wir liebten Geschenke und es war stets das Richtige.

Weihnachten als Erwachsener Mensch

Nun, viele Jahre später, erfreue ich mich der Weihnacht und bummel und shoppe gerne zwischen Online-Märkten und Einkaufspassagen herum, um ein jedem eine Freue am Ende bereiten zu können. Dabei höre ich oft die missgelaunten Stimmen und die boshaften Gespräche, dass sich Weihnachten lediglich der  Geldmacherei verschrieben habe und Geschenke eine reine Verschwendung wären. Solche Worte bereiten mir mulmige Gefühle und bringen mich zum Grübeln. Stimmt das so? Unterstützen wir die falsche Richtung? Sollten wir an Weihnachten lieber Spenden und unser Geld für die wirklich Bedürftigen ausgeben, statt unsere schon vollgestopften Regale mit noch mehr Dingen und Zeugs voll zu müllen?

Es macht mich nachdenklich, wie viel Geld wir an Weihnachten ausgeben, um uns selbst eine sehr große Freude zu bereiten. Natürlich beschenken wir auch unsere Familien und Freunden. Doch was ist mit dem Rest?

Spenden statt Geschenke kaufen

Nun unterm Weihnachtsbaum liegend mache ich mir Gedanken darum, ob wir zu viel an uns selbst denken und weniger an die tatsächlich Benachteiligten.
Also warum tuen wir das nicht einfach?
Ich muss ehrlich sein: Misstrauen schreit in meinen Gedanken laut auf.
Zwischen den Weihnachtsmärkten sehen wir sie, die Büchsensammler für Spenden. Am nächsten Tag in der Zeitung wird von kriminellen Organisationen gesprochen, die unsere erweichten Herzen zur Weihnachtszeit ausnutzen und als scheinheilige Spendensammler durch die Straßen ziehen, um uns auszubeuten.
Am Supermarkt nebenan werden Kleidungsstücke gesammelt, um sie armen Kindern schenken zu können. Im Fernsehen wird erzählt, dass jene Sammler die Kleidung selbst nur für Geld verscherbeln. Also was sollen wir nur tun?

Nicht in die Ferne schauen, Nebenan liegt die Lösung

Es müssen keine fremden, weit entfernten Stiftungen sein, denen wir unsere Bereitschaft offenbaren müssen und die ihre Spenden unter versiegeltem Schloss halten und nicht preisgeben, was damit geschieht.
Es gibt reichlich Organisationen, vom Kinderheim, Hospiz, Behinderteneinrichtungen oder gar Flüchtlingsheimen, die Spenden und andere Hilfen benötigen, um auch besinnliche und friedliche Festtage erfahren zu dürfen. Es bedeutet nicht, dass man seine gesamten Ersparnisse dort hinterlassen muss. Über eine kleine Spende, im Sinne von einer Sach-Spende, also einem tatsächlichem Geschenk, freuen sie sich umso mehr.
Als kleines Beispiel: Bei unserer Hochzeit haben wir zu Spiel-Geschenken statt Blumen aufgerufen an eine Behinderteneinrichtung für Kinder. Sie haben sich über die vielen neuen Spiele sehr gefreut! Das gleiche kann ein jeder tun. Einfach mal in der Nachbarschaft umhören, wo Hilfe gebraucht wird.

Ja und was ist nun mit den Geschenken?

Es bereitet mir eine große Freude anderen zur Weihnachtszeit zu zeigen, wie wichtig sie einem sind. Ob Familie, Freund oder Fremder. Ich liebe es Geschenke zu Wichteln, ob ich denjenigen nun gut kenne oder nicht. Die strahlenden erfreuten Augen genügen meiner Freude sehr.
Und warum sollten wir den Menschen, die wir lieben, nicht einmal im Jahr auch dies zeigen dürfen? Bei einem gemeinsamen Fest, an dem wir alle aneinander denken.

 

X Sarah

 

 

Merry Christmas ❤️

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Es weihnachtet sehr, wir knuddeln und kuscheln mit der Familie, es wird geschmaust, geschlemmt, gelacht und gelümmelt. Die Augen glänzen aufgeregt im Antlitz  der Geschenke, mit kribbelnden Fingerspitzen reissen wir die schön verpackten Geschenke auf und freuen uns. Die herrlichen Lichter der Nacht verströmen Schönheit und Besinnlichtkeit. Und weit oben am Himmelszelt erahne ich die ersten Flocken.

Ich wünsche euch allen frohe und vor allem schöne Weihnachtstage ❤️

Sarah

Bild: pixabay

Weihnachtszeit – Das Gute in uns

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Die Weihnachtsgeschichte, oder vielmehr A Christmas Carol von Charles Dickens, ist eines meiner liebsten Weihnachtsgeschichten. Nicht nur, dass sie über Weihnachten und die Besinnlichkeit einer Familie handelt, es zeigt unverhofft dem Leser eine Geschichte über einen Griesgram der schließlich durch sein eigenes Spiegelbild sein Leben, obgleich er schon sehr alt ist, zum Guten wendet. Es gibt mir Hoffnung, dass Menschen dazu in der Lage sind sich doch zu verändern und am Ende das Gute in uns hervor kommt und überwiegen kann.
Vor allem zur Weihnachtszeit blüht die Freude und Vergebung in uns auf. Neben der eigenen weihnachtlichen Vorfreude auf das Fest und die Bescherung, sind wir selbst emotionaler und selbstloser als zu anderen Jahreszeiten. Die Spendenbereitschaft ist enorm. Erst Gestern habe ich eine fantastische Aktion auf Facebook wahrgenommen, über die ich gerne berichten möchte:
Ruthe ist ein deutscher Comic-Zeichner aus Münster. Seine Frau engagierte sich zuletzt für Flüchtlingskinder. Auf ihrer Facebook-Seite postete sie einen Beitrag mit der Bitte an ihre Freunde Weihnachtsgeschenke für Flüchtlinge zu sammeln, damit auch diese eine schöne Zeit hier verbringen können. Eine großartige Idee! Am Ende haben sich über 130 Menschen gefunden, die bereitwillig Geschenke gekauft haben! Und das an Menschen, die man überhaupt nicht kennt. Mehr dazu, könnt ihr gerne auf seiner Facebook-Seite erfahren.
Diese Geschichte rührt mich sehr. Die Bereitschaft anderen Menschen eine Freude zu bereiten steckt in vielen Menschen. Dass trotz vieler negativ Schlagzeilen, dennoch so viel Menschlichkeit an so mancher Ecke vorzufinden ist, freut mich sehr.

Ich wünsche einen schönen dritten Advent und hoffe, dass auch unter euch, der ein oder andere einem Fremden etwas Gutes tun mag.

X Sarah