Ein Mensch reicht aus, um… | Vorstellungsrunde

Vor einigen Wochen hat Becca das Buch Powerfrauen vorgestellt und mich damit direkt neugierig gestimmt. In dem Buch werden Frauen vorgestellt, die etwas bewegt haben und Großes leisteten. Als ich schließlich die Tage mit Becca ins Gespräch geriert, kam uns die Idee, eine Beitragsreihe über Menschen ins Leben zu rufen, die diese Welt bereichern und zu einem besseren Ort gestalten.  „Ein Mensch reicht aus, um… | Vorstellungsrunde“ weiterlesen

Was wäre, wenn du unsichtbar wärst? | Kreatives Schreiben

Und es ist wieder Freitag. Ich freue mich auf den heutigen Abend, denn wir werden gemeinsam mit meiner besten Freundin und ihrem Freund (hihi, der gleichzeitig mein Cousin ist und in meiner Welt sind meine beste Freundin und ich dann auch in richtiger Echtheit miteinander verwandt, yay – zurück zum Thema) ins Kino gehen und uns Jurassic World ansehen. Da mein Mann und ich zuvor verschlafen haben „Was wäre, wenn du unsichtbar wärst? | Kreatives Schreiben“ weiterlesen

Von der Pusteblume zur Welt

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Dort stehe ich nun, auf dieser Wiese und starre gen wolkenlosen blaudurchtränkten Himmel. Meine Gedanken kreisen um die Sonne, die allein mich anzustrahlen scheint. Ich bilde mir ein allein in diesem Moment an diesem Fleckchen Welt zu sein, dass die Vögel allein für mich das satte Blau kreuzen, um nur mir eine Freude zu bereiten. In diesem Gedanken verliere ich mich und hinterfrage, ob ich mit dieser Vorstellung die Welt verändern könnte. Diese Welt, so unbedeutend wichtig. Unscheinbar, kaum wahrnehmbar großartig. Einsam in diesem Sonnensystem, umfasst von unzähligen Lebewesen, die sich hier nieder genistet und sie übervölkert haben.
Wenn ich nun die Geschichte in die Hand nehmen und ihren Verlauf beeinflussen könnte, frage ich mich, während ein bunter Schmetterling mein Antlitz kreuzt und meine trüben Gedanken in eine Richtung streben lässt. Seine Flügel schlagen besinnlich gegen den seichten Sommerwind und ahnen nicht, welch bedrohliche Wirkung sie entfalten könnten. In dem Moment so frage ich mich, ob ich es nicht auch sein könnte. Ein Schmetterling, der die Welt verändert, sie beeinflusst und die Pfade ebnet. Sollten Schmetterlingsflügel Orkane auslösen können, so wäre es gewiss möglich, dass meine Stimme, meine Gedanken und mein Handeln es doch ebenfalls könnten. In der Vorstellung dies zu tun, möchte ich mich erheben, stelle mir vor, wie ich die Welt rette, sie  beeinflusse und durch Winzigkeiten das Nichts in Etwas verwandle.
Um meinen Gedanken die Wirklichkeit begreiflich zu machen, umfasse ich eine mir Nahe stehende, letzte verbliebene, Pusteblume, die eigentlich bereits im späten Frühling hätte ihr zeitliches segnen sollen. Allein ihre Anwesenheit lässt mich meine persönliche Wichtigkeit für die Welt nicht nehmen. So entreiße ich jene zerbrechlich wirkende Schönheit und lasse sie mit bebendem Herzen vor meinen Lippen erzittern. Es vergeht ein Herzschlag, ehe ich mich entschließe sie fortfliegen zu lassen, um die Welt zu verändern. Jede einzelne Spore soll die Zeit in ihrem Sein zum Stillstand oder Fortbestand führen. Sie lenken und leiten, in die Richtung, die allein meinem Atem zu verdanken sei. Dabei stelle ich mir vor, wie allein durch sie die Welt weiterleben würde.
Mit diesem Gedanken, dass ein Einzelner vielleicht doch alles verändern könnte, Wege einschlagen und jemand Besonderes sein könnte, nehme ich Stift und Papier zur Hand und versuche durch mein Kreuz die Welt der Menschen zu verändern.

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Für mich persönlich finden Morgen keine Wahlen statt, doch ich fordere ein jeden auf, unser liebes Land nicht zu etwas heranwachsen zu lassen, zu was wir nie wieder bereit sein sollten.

  • SR

Titelbild: pixabay

Kurzgeschichte: Der Weltenbummler

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Kurzgeschichte: Der Weltenbummler – Sarah Ricchizzi

Das Schiff streift seelenruhig durch die Weiten dieser Welt. Angetrieben wird es märchenhaft friedlich durch einen mehrfach geflickten Heißluftballon. So mancher Stofffetzen hat über die Jahrhunderte hinweg diesen Ballon zusammengehalten und geholfen ihn weiterhin am Leben zu erhalten. Jedes einzelne trägt seine eigene Geschichte; Stücke aus einem Kleid der Marie-Antoinette, ein ganzes Gewand von Julius Caesar und etwas Feenstaub, um die Risse zu versiegeln. Ja, dieses Schiff umkreist seine Runden bereits etliche Jahre und war Zeuge jedes Krieges, Missgeschicks und jedweder Begegnung der Menschen aus aller Zeit.

Das Schiff ist fast so alt, wie die Erde selbst. Als einziger Bewohner haust genau dort der Weltenbummler und ohne ihn hätte unsere Welt, wie wir sie kennen, nicht all die Zwischenfälle der Vergangenheit überlebt.

Der Weltenbummler hat es sich zur Aufgabe gemacht unsere Welt zu schützen und ihre geflüsterten Geheimnisse für sich zu behalten. Er ist gleichzeitig Arzt, Seelenkundler und Beschützer für unseren Planeten. Kaum ein Mensch weiß von dem Weltenbummler, denn seine alleinige Existenz ist ein gewaltiges Geheimnis, welches er wohlbehütet in seinem Kämmerlein einzig für sein Gehör versteckt hält. Nur wenige Auserwählte haben es jemals auf sein Schiff geschafft. Und dies nicht ohne Grund.

Auf sein Schiff gelangen nur Menschen, denen die Leviten gelesen werden müssen und die für das Schicksal der Welt aussagekräftiger sind, als es dem Weltenbummler lieb wäre.

An dem heutigen Tag ist es wieder so weit: Ein Mensch wird auf sein Schiff geladen. Natürlich ist es keine wirkliche Einladung. Der Auserwählte hat schlichtweg keine andere Wahl, als den Weltenbummler zu begleiten und sich die Standpredigt anzuhören.

In den meisten Fällen lädt der Weltenbummler ganz hohe Tiere ein, um eine möglichst große Wirkung erzielen und an den richtigen Punkten ansetzen zu können. Doch zu Zeiten wie diesen, gab es so viele machtbesessene Menschen, die in gänzlich falschen Positionen ihr Wort zur Sprache melden dürfen, dass er sich kaum für einen Stümper einer Regierung entscheiden konnte.

In Zeiten, bei denen eine Schmähkritik fast zu einem Krieg führt und die wichtigen Probleme außer Acht gelassen werden, sieht er sich gezwungen zu handeln. Denn sollten die Menschen so weiter verkehren, dann würden selbst seine Fähigkeiten nicht weiterhelfen, um das Leben auf dem blauen Planeten zu sichern.

Früher musste er nur Frieden zwischen wenigen Völkern stiften. Heute sprießen so viele Katastrophen auf einmal hervor, von Klimawandel über die Ausholzung des Regenwaldes und den nie enden wollenden Streit der sich bekriegenden Länder, die anstelle von Worten lieber ihre Waffen spielen lassen, dass er nicht wusste, welches Problem er zuerst angehen sollte.

Zu Beginn des Gesprächs deutet der Weltenbummler jedes Mal daraufhin, dass er schon ein sehr alter Greis ist und sich der Gesprächspartner nicht an seinem Äußeren abschrecken solle: Der Weltenbummler trägt an die zwanzig Mäntel, jeder aus einer anderen Zeit und von anderen Menschen stibitzt oder als Geschenk erhalten, dazu ziert ein ramponierter und zerschossener Cowboy-Hut seinen Kopf. Natürlich wächst dem Bummler ein äußerst langer Bart, den er niemals stutzt und so vor sich hin ausufern lässt. Sein Gesicht ist gepflastert mit Jahresfalten, die selbst schon von Falten heimgesucht werden.

Nach dieser Einleitung beginnt die Reise durch die Welt mit seinem Gast an Bord. Zuerst fliegt er über die zerstörten Felder, verweist auf die Ausrottung der Nahrung und den Welthunger, der überall hauste, nur nicht in den Ländern, die Veränderungen bewegen könnten.

Dann erzählt er, wie er versucht die Welt zu heilen. Dieser Planet kann mit einem sonderbaren Organismus verglichen werden. Sie atmet durch die sprießenden Blätter der herrlichen Bäume und Pflanzen, die hier und dort noch im satten Grün blühen. Ihre Adern durchziehen sich durch sämtliche Wurzeln der Wälder dieser Welt. Dort, wo der Mensch die Wälder ausdörrt, sie ausrottet und zerstört, genau dort hört die Welt auf zu atmen und selbst der Bummler, kann an diesen Plätzen kaum noch weiterhelfen. Ihr Herz pulsiert durch die Wellen der Weltmeere, die durch Öle und Müll vergiftet werden.

Die Welt, sie kämpft um jeden weiteren Tag und der Weltenbummler tut sein Bestes, um sie noch länger überleben zu lassen. Doch er sieht das Ende kommen. Nicht mehr lange und sie wird fort sein und mit ihr die Menschheit.

Jetzt hofft der Weltenbummler noch und lädt den ein oder anderen Menschen auf sein Schiff ein. Vielleicht trifft er noch jemanden, den er beeinflussen kann, diese Heimatstätte nicht weiter zu zerstören, sondern sie zu dem Zuhause zu machen, welches sie selbst verdient hat. Er atmet tief ein und heißt seinen neuen Gast auf dem Schiff Willkommen.

„Guten Tag, Frau Merkel. Herzlich Willkommen auf meinem Schiff. Ich hoffe, dass ich ihnen noch einiges beibringen kann.“

Copyright: Sarah Ricchizzi
*Titelbild: pixabay